im Exil von @miro

25.12.06, 15:16:43 von prolyku
Text (c) Miroslav B. Dusanić

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  1. ritch sagt:
    Bedrückend.
    Exil = unheilbare Heimatlosigkeit, da die Vergangenheit Geschichte ist - die positive unwiederbringlich - die negative jedoch allgegenwärtig.
    Bedrückend und nachvollziehbar auch innerhalb sicherer Grenzen, die einem als Horizont einer heilen Welt erscheinen, obwohl aber auch weil sie versucht, Heimatlose neu zu verwurzeln.
    Die Wurzel jedoch kann niemand ersetzen - so bleibt nur Verständnis, Freundschaft und Integration, um das Exil erträglicher zu gestalten.
    Am Ende aller Bemühung steht vielleicht eine neue Heimat, die man nicht mehr als Exil, sondern als Geborgenheit empfindet.
    So zumindest sollte unsere Asylpolitik gedacht sein und funktionieren. Sollte.
  2. ritch sagt:
    Persönlicher Nachtrag:
    Du bist Europäer, Miro - genauso wie ich. Also bist Du mein Landsmann und wir können innerhalb Europas niemals wirklich heimatlos sein, solange wir an Europa als Bündnis befreundeter Menschen und Staaten glauben.
    Und dieser Glaube ist gut, da er Grenzen physikalisch und geistig für Begegnungen niederreißt. Manche Schlagbäume fallen früher, andere später - doch am Ende wird es keine mehr geben - weder auf der Landkarte, noch im Kopf.
    Vor dem Verlust kultureller Eigenarten müssen wir auch keine Angst haben, denn jeder Staat besteht aus Bundesländern, die sich trotz Einheit ihr kulturelles Erbe bewahrt haben und pflegen. Und innerhalb dieser Länder gibt es wiederum eine Vielzahl unterschiedlicher Menschen aus vielen Nationen. Nur für negativen Nationalismus und Egoismus sollte kein Raum mehr vorhanden sein.
    Da wir jedoch aus der Vergangenheit gelernt haben sollten, habe ich diesbezüglich nur wenig Bedenken.
    Das wirkliche Exil beginnt für Menschen außerhalb unserer "1. und 2. Welt" - und jene gilt es, vorrangig zu beschützen, da ihr Leben in Gefahr ist, wenn wir sie nicht bei uns aufnehmen. Abschiebung wäre in jenen Fällen nichts anderes als Beihilfe zum Mord. Europa ist groß und wird mit jedem Mal größer. Und mit der Größe wächst die Macht, die uns vielleicht eines Tages befähigen wird, allen zu helfen, die in Not gerieten - vor Ort oder hier.
    Ein schöner Traum, oder? Muss aber kein Traum bleiben. Man muss nur daran glauben und für diese Idee einstehen. Und mit jedem neuen Europäer wird dieses Ziel erreichbarer.
    Europa darf nur keine Kopie der USA werden, sondern ein gewaltloser humanistischer Verbund aus freiwilligen Mitgliedern, die das Wohl der gesamten Welt ohne Vorteilsnahme im Sinn haben.

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